Hoheneck war das größte Frauengefängnis der DDR – und für tausende Frauen der Ort, an dem ein autoritärer Staat versuchte, Freiheit, Würde und Hoffnung zu brechen. Viele von ihnen waren keine Verbrecherinnen. Sie wollten die DDR verlassen, hatten einen Ausreiseantrag gestellt, anderen zur Flucht verholfen oder den Mut gehabt, sich einem System entgegenzustellen, das keinen Widerspruch duldete. In eindrucksvollen Fotografien von Dirk Vogel und bewegenden Interviews, aufgeschrieben von Cathia Hecker, erzählen zwanzig ehemalige politische Gefangene ihre Geschichte. Sie berichten von Verhören, Haft, Zwangsarbeit und Demütigung – aber auch von Mut, Zusammenhalt und der Kraft, nach dem erlittenen Unrecht weiterzuleben. Die Frauen von Hoheneck ist mehr als ein Buch über das Gefängnis in der sächsischen Erzgebirgsstadt Stollberg, etwa 20 Kilometer südwestlich von Chemnitz . Es ist ein Buch über Menschen, deren Lebenswege durch politische Verfolgung geprägt wurden. Es erinnert an das Schicksal tausender Frauen und mahnt, wie zerbrechlich Freiheit und Rechtsstaatlichkeit sein können. Ein eindrucksvolles Zeugnis gegen das Vergessen – und ein Plädoyer dafür, die Stimmen derjenigen zu hören, die den Preis der Unfreiheit selbst erfahren haben.
Der im Oktober erschienene Bildband „Die Frauen von Hoheneck“ (Vergangenheitsverlag), zeigt eindrucksvolle Porträts von 19 Frauen und einem Mann, die im berüchtigten DDR-Gefängnis Hoheneck als politische Gefangene inhaftiert waren. Die ausdrucksstarken Schwarz-Weiß-Portraits stammen vom Fotografen Dirk Vogel und die Texte von Cathia Hecker.
Ergänzt werden die Fotografien durch Interviews, in denen die Porträtierten ihre persönlichen Geschichten erzählen – von Haft, Widerstand, Verlust und der Suche nach Freiheit.
Das Buch gibt diesen Menschen ein Gesicht und eine Stimme. Es zeigt Frauen, die Unrecht erfahren haben, sich jedoch nicht darauf reduzieren lassen. „Die Frauen von Hoheneck“ ist dabei mehr als ein Rückblick in die Vergangenheit: Es ist ein Buch über Gegenwart und Erinnerung zugleich. Über Menschen, die uns heute begegnen – selbstbewusst, verletzlich und geprägt von dem, was war, ohne darauf festgelegt zu sein.
216 Seiten, gebundene Ausgabe, Vergangenheitsverlag, 24 EUR.
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Begleitend zum Buch gibt es auch eine Wanderausstellung mit den Portraits und Kurztexten. Bei Interesse an der Ausstellung senden Sie bitte eine Terminanfrage per Email an info@verfolgte ddrfrauen.de