Einweihung der Tafel „frauenorte sachsen“ in der Gedenkstätte Hoheneck
Der Landesfrauenrat Sachsen e.V. und die Gedenkstätte Hoheneck hat am 10. Oktober 2025 eine neue „frauenorte sachsen“-Tafel in Hoheneck, dem ehemaligen zentralen Frauengefängnis der DDR, eingeweiht.
Die Sächsische Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur ist die Verfasserin des Tafeltextes. Sie begrüßt diese besondere Würdigung ausdrücklich, auch wenn sie auf den ersten Blick irritierend erscheint. Denn mit den „Frauenorten“ würdigt der Landesfrauenrat eigentlich Frauen, die auf politischem, sozialem, wirtschaftlichem, wissenschaftlichem, kulturellem und/oder sportlichem Gebiet besondere Leistungen vollbracht haben. In Hoheneck gab es nichts dergleichen, im Gegenteil, solcherlei Ambitionen wurden systematisch unterdrückt.
Dennoch ist die 46. „frauenorte sachsen“-Tafel in Hoheneck genau richtig, denn „Hoheneck steht exemplarisch für die Unterdrückung weiblicher Stimmen in einem autoritären Staat, aber auch für ihren Mut und ihre Standhaftigkeit“, so heißt es in dem von Dr. Nancy Aris verfassten Tafeltext. Die Sächsische Landesbeauftragte erinnert damit an die Schicksale der Frauen und setzt deren Erfahrungen in den historischen Kontext.
Zwischen 1950 und 1989 waren in Hoheneck 24.000 Frauen inhaftiert, 8.000 von ihnen aus politischen Gründen. Die Bedingungen in Haft waren geprägt von Enge, Kälte, mangelnder Versorgung, von harter Arbeit und Schikanen durch das Personal.
Die Einweihung der Tafel fand am 10. Oktober 2025 ab in der Gedenkstätte Hoheneck statt. Grußworte sprachen die neue Leiterin der Gedenkstätte Hoheneck, Dr. Mareike Schönle-Jennrich, Christian Ahner von der Stadt Stollberg, Dr. Jessica Bock vom Landesfrauenrat Sachsen e.V. sowie Margitta Becke und Regina Labahn als Vertreterinnen der ehemaligen politischen Gefangenen von Hoheneck. Dr. Nancy Aris sprach zur Geschichte des Ortes.